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07.08.2006

Doping für die Bürokratie - IUF comment 17/2006

In den letzten Wochen wurden nicht zum ersten Mal viele unappetitliche Details aus der Dopingszene im Spitzensport bekannt. Die Empörung war groß - bei Sportfunktionären, Sportlern und in der veröffentlichten Meinung. Offensichtlich - und das konnte man ja mit guten Gründen schon lange vermuten - beruhen sehr viele sportliche Leistungen teilweise auf der Zufuhr verschiedenster Substanzen, auf der Behandlung von Sportlerblut in Laboren usw.. Das kann man gut oder schlecht finden. Oder es kann einem auch ziemlich egal sein.  

 

Doch eines war absehbar: Öffentliche Empörung führt automatisch zum Ruf nach der Politik - von denen, die ihre vermeintlichen oder tatsächlichen Probleme nicht selbst lösen können oder wollen und nicht zuletzt von den Politikern selbst. Also: Ein Anti-Doping-Gesetz muss her, die Strafverfolgungsbehörden sollen durchsuchen, abhören, umfangreich ermitteln können. Die Steuerzahler sollen das bezahlen. Die einzelnen Sportverbände klagen immer wieder, dass für Doping-Kontrollen nicht ausreichend Geld da wäre. Auch hier werden gern die Steuerzahler zur Kasse gebeten.  

 

Doch wer hat eigentlich wirklich ein wirtschaftliches Interesse am „sauberen" Sport? Die einzelnen Sportler, die Teams und ihre Sponsoren. Und diese sollten dann auch für die Dopingkontrollen zahlen. Das können sie ohne Probleme - die Einkommen von Radfahrern und anderen Profisportlern sprechen für sich. Und wenn ihnen das nicht gelingt, werden sich vielleicht das Publikum und die Sponsoren abwenden und es gibt ein paar hoch bezahlte Profisportler weniger. Sie werden nicht zu Sozialfällen. Und selbst wenn, kostet das den Staat sicher noch weniger als Dopingbürokratie und der Missbrauch von Strafverfolgungsbehörden zur Jagd nach Dopingsündern, die höchstens sich selbst gefährden.  

 

Autor:  

 

  • Sascha Tamm

 

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Friedrich August von Hayek (1899-1992)

"Perhaps the fact that we have seen millions voting themselves into complete dependence on a tyrant has made our generation understand that to choose one's government is not necessarily to secure freedom"

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