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13.06.2006

Das Gemeinwohl steht vor der Wohnungstür - IUF comment 12 / 2006

Derzeit „wirbt“ die GEZ, die Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, wieder einmal öffentlich für ihre Dienste. Das geschieht unter anderem mit großen Werbeflächen. Auf denen sind vier junge Damen zu sehen, die jeweils vor einer Wohnungstür stehen. Aufgenommen sind sie aus der Perspektive eines Bewohners, der durch den „Spion“ schaut. Darunter warnt die GEZ, dass eine von ihnen Mitarbeiterin der GEZ sei und nur die GEZ selbst wisse, welche das sei. Also, so die Botschaft, lieber freiwillig zahlen.  

 

Hier soll nicht schon wieder die Berechtigung der der Zwangsgebühren, die nicht einmal an die tatsächliche Nutzung der Programmangebote gebunden sind, diskutiert werden. Stattdessen schlage ich ein kleines Gedankenexperiment vor:  

 

Was würde wohl passieren, wenn Werbeflächen mit der gleichen Botschaft von anderen Institutionen genutzt werden würden?Von den Sozialämtern oder der Bundesagentur für Arbeit etwa: Vielleicht steht bald eine Mitarbeiterin vor ihrer Tür und überprüft, ob sie zu Recht Leistungen beziehen. Seien Sie also lieber gleich ehrlich!Oder von den Ausländerämtern: Bald stehen nette und nicht zu identifizierende Mitarbeiter vor ihrer Tür. Stellen Sie sich lieber gleich, wenn Sie illegal hier wohnen!  

 

Der Aufschrei, auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, wäre groß. Und das zu Recht. Doch bei ihren eigenen Methoden fehlt den Vertretern des Bildungs- und Informationsauftrages, den Bewahrern des freien Journalismus offensichtlich jedes Unrechtsbewusstsein. Da kann man in ihrem Namen sogar noch Werbung mit Spitzelmethoden machen und die Angst davor schüren.  

Autor:
  • Sascha Tamm, Institut für Unternehmerische Freiheit

 

Der IUF comment erscheint regelmäßig als Stimme der Freiheit. Über Kommentare zum Kommentar freuen wir uns!  

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ZITATE

Thomas Jefferson (1743-1826)

"No man has a natural right to commit aggression on the equal rights of another, and this is all from which the laws ought to restrain him."

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