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Armut und Katastrophen

Jim Peron, lfb

Vor drei Jahren, am 12. Januar 2010, wurde Haiti von einem Erdbeben der Stärke 7 erschüttert, durch das ein Großteil der Städte verwüstet wurde. 1989 wurde San Francisco ebenfalls von einem Beben der Stärke 6,9 - 7 heimgesucht. Demnach war die Intensität beider Beben sehr ähnlich. Geht man von den Aussagen der verschiedenen Hilfsorganisationen aus, muss in Haiti mit Zehntausenden von Toten gerechnet werden. Vergleicht man dies mit dem Beben von 1989 in San Francisco, so waren dort 63 Tote zu beklagen, einschließlich indirekt betroffener Opfer.  

 

Der Grund für diesen enormen Unterschied liegt in den unterschiedlichen Wohlstandsniveaus. San Francisco ist eine der wohlhabendsten Gegenden der westlichen Welt. Haiti hingegen zählt zu den Ärmsten der westlichen Welt. Demnach liegt der Schluß nahe, dass Armut den Effekt von Naturkatastrophen verstärkt, während Wohlstand die Effekte von Naturkatastrophen abfedert.  

Es wäre naheliegend zu vermuten, dass diejenigen, die sich Sorgen um die Armen der Welt machen, sich daher für eine Mehrung des Wohlstands in der Welteinsetzen. Dem ist allerdings keinesfalls so. Stattdessen wird wissentlich und absichtlich verhindert, dass Wachstumsbedingungen und Wohlstand entstehen können.  

 

Die den Grünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung hat in ihrem sogenannten Jo'burg-Memo, über wohlhabende Gegenden wie San Francisco geschrieben, sie seien von „Überkonsumenten" bewohnt. Im Gegensatz dazu wurden Bewohner von Gegenden wie Haiti als „Unterkonsumenten" charakterisiert. Bezeichnenderweise argumentieren die Verfasser des Berichts „so können die Unterkonsumenten kein Recht konstruieren, die Überkonsumenten einholen zu dürfen".  

Im Namen der Gleichheit sei den Überkonsumenten ihr Wohlstand abzunehmen. Diejenigen, die armen Nationen in der Entwicklung helfen wollen, werden kritisiert denn "... sie arbeiten daran den Boden anzuheben und nicht daran, die Decke abzusenken oder zu modifizieren ... Armutslinderung kann, anders gesagt, nicht von Reichtumslinderung getrennt werden."  

 

In Wahrheit können wohlhabende Menschen viel leichter mit den Auswirkungen folgenschwerer Naturereignisse umgehen. Mir ist bewusst, dass die Grünen unser Leben im Einklang mit der Natur sehen wollen. Nur sollte nicht übersehen werden, dass Mutter Natur weder Gefühle noch Mitleid kennt und kein Problem damit hat, aus uns vorzeitig Humus zu machen. Egal wie man zu Materialismus und Wohlstand steht, sie schützen Leben. Wer Menschen allerdings hasst, dem ist dieser Aspekt gleichgültig. Aber betrachtet man die vermeintlichen Probleme die als Nebenwirkung der Wohlstandssteigerung auftreten, so verschwinden sie im Vergleich mit den Problemen, die der Armut ursächlich sind.  

 

Ähnlich war die Situation auch in New Orleans, als die unter staatlicher Verwaltung stehenden Deiche in Folge des Hurrikans Katharina brachen und New Orleans überflutet wurde. Wieder waren es die Armen, die am meisten zu leiden hatten, und besonders diejenigen, die auf die staatlichen Transportmöglichkeiten zwecks Evakuierung angewiesen waren. Die Wohlhabenderen flohen aus der Stadt in ihren Autos. Allerdings hatten viele Bewohner kein Auto.  

Randal O'Toole schrieb: „Wir haben erfahren, dass 60% der Bewohner Schwarze sind und, dass ein Drittel der schwarzen Familien über kein Auto verfügt, ebenso wie 15% der weißen Familien. Es waren diese Menschen die zurückgelassen wurden, während die anderen in ihren Fahrzeugen evakuiert wurden. O'Toole bemerkt, dass die Todesrate bei Hurrikanen höher war, als das Wohlstandsniveau in den USA noch deutlich niedriger lag. Als 1900 Galveston in Texas von einem Hurrikan getroffen wurde, konnten die Einwohner die Stadt nicht rechtzeitig verlassen, da ihnen keine vergleichbaren Transportmöglichkeiten zur Verfügung standen. Heutzutage können Großstädte rechtzeitig evakuiert werden, da ihre Einwohner häufig über individuelle Transportmöglichkeiten verfügen. Da bei einer Evakuierung viele bereits in ihren eigenen Fahrzeugen vor einem Hurrikan fliehen, kommt es weniger zur Überlastung des öffentlichen Personenverkehrs.

 

Das Erdbeben letzter Woche tötete in Haiti eine Unzahl von Menschen, da dessen Zerstörungskraft durch die in Haiti vorherrschende Armut verstärkt wurde. Das Beben in San Francisco hatte, trotz gleicher Intensität viel weniger Todesopfer zu beklagen, da das Bebengebiet produktiv und wohlhabend ist. Und selbst viele dieser Toten waren die Folge verfehlter Politik, wie im Falle des Einsturzes des Cypress Freeway, der 42 Menschen tötete. Denn obwohl der Cypress Freeway auf aufgeschüttetem und damit instabilem Untergrund gebaut wurde, wurde es unterlassen ihn entsprechend zu verstärken.  

 

Der dänische Wissenschaftler Bjorn Lomborg hat über die von Grünen und Linken propagierten "Lösungen" zur Abwendung eines Klimawandels festgestellt, dass diese Maßnahmen nur zu einer "Wohlstandsverringerung" führen würden, ohne die Situation der Umwelt zu verbessern.  

 

Im Ergebnis wäre die Welt in Zukunft ärmer, da wir Wohlstand zerstören würden, um die von Computermodellen vorhergesagte Erwärmung zu reduzieren. Dies führe dazu, dass zukünftige Generationen weniger in der Lage wären, sich möglichen Klimaveränderungen anzupassen. Eine Politik, die heutigen Wohlstand zerstöre, bedeute eine ärmere Welt für unsere Kinder. Und es sei gerade die Armut anstelle des Wohlstandes, die Katastrophen verstärke. Kritiker Lomborgs machen sich nicht die Mühe über seine Worte nachzudenken, sondern implizieren, er hätte etwas ganz anderes gesagt.  

 

Lomborgs Ausführungen zur globalen Erwärmung sind die gleichen wie seine Ausführung zu Erdbeben und Hurrikanen. Wohlstand verringert das Leid in der Folge von Katastrophen, während Armut Leid vervielfacht. Der beste Weg mit Naturkatastrophen umzugehen ist es daher, die Armen dieser Welt reicher zu machen - und nicht die Reichen ärmer.  

 

 

James Peron ist Präsident von Laissez Faire Books www.lfb.org und Herausgeber der Zeitschrift Laissez Faire!  

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Friedrich August von Hayek (1899-1992)

"The more the state 'plans' the more difficult planning becomes for the individual."

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